Zählt man mit 50plus zu den Senioren?

Zählt man mit 50plus zu den Senioren?

19. Januar 2020 Aus Von Dennis Diekmann

Senioren 50plus – wenn ich das irgendwo lese, kriege ich automatisch einen „dicken Hals“. Ist es nicht eigentlich eine Unverschämtheit sondergleichen, dass die Leute jetzt bis 67 arbeiten sollen, aber schon 17 Jahre vorher als Senioren bezeichnet werden? Bei dem Wort Senioren denkt man doch an Oma und Opa, die in ihre Kuscheldecke eingehüllt auf dem Sofa sitzen, begeistert die Quizsendungen im Fernsehen verfolgen und für die Sonntag mit ihren Enkelkindern leben.

Was haben ein erfolgreich im Beruf stehender Mann um die 50 oder eine topmodisch gestylte Mittfünfzigerin denn mit diesen Senioren zu tun, selbst wenn sie der Generation 50plus angehören? Ob es wohl sinnvoll ist, diese Altersgruppe zum „Seniorenfasching“ einzuladen oder sie mit Werbung für Treppenlifte und ähnliches zu beglücken?

Die heutige Generation Senioren 50plus und ihre Bedeutung für die Wirtschaft

Die heutigen Senioren 50plus fühlen sich alles andere als alt. Sie sind in den meisten Fällen so aktiv und unternehmungslustig, dass sie manche Jüngere darum beneiden! Die Generation Senioren 50plus wird auch von der Werbebranche als zunehmend wichtig erkannt. Sind sie es doch, die über das meiste Geld verfügen, sei es durch eine gut bezahlte Arbeit oder eine vergleichsweise hohe Rente. Junge Leute, die von der Ausbildung in diverse Praktika und von da in unsichere und befristete Arbeitsverhältnisse schliddern, stehen längst nicht so gut da wie die Senioren 50plus.

Leider beginnen die Arbeitgeber in Bezug auf die Generation Senioren 50plus nur ganz allmählich umzudenken. Statt sich die Zuverlässigkeit, Motivation und Erfahrung der Älteren zunutze zu machen, versuchen sie nicht selten, Leute über 50 loszuwerden. Als Senior 50plus gar eine neue Arbeitsstelle zu finden, ist ohnehin ein unerhörter Glücksfall – von schlecht bezahlten Minijobs einmal abgesehen.

Senioren 50plus ist ein viel zu weiter Begriff

Ich plädiere dafür, den Begriff Senioren 50plus weiter zu differenzieren, denn es besteht doch wohl ein himmelweiter Unterschied zwischen einem 50-Jährigen und einem 100-Jährigen. Beide fallen aber unter die Bezeichnung Senioren 50plus. Das mag dem 100-Jährigen vielleicht schmeicheln, der 50-Jährige fühlt sich aber lange vor der Zeit ins Abseits gedrängt. Statt Senioren 50plus sollte man unterscheiden in Senioren 50plus, 60plus, 70plus und so weiter, damit sich die entsprechende Zielgruppe auch wirklich angesprochen fühlt.

Bei der derzeitigen Sprachregelung entsteht bei mir der Eindruck, dass man ab spätestens 50 Jahren nicht mehr zählt und mit den wirklich Alten und Gebrechlichen über einen Kamm geschoren wird. Als Stichtag für die Bezeichnung Senior schlage ich überdies ein um 20 Jahre höheres Lebensalter vor – nämlich den 70. Geburtstag. Zu diesem Zeitpunkt werden sich die meisten Menschen eher damit anfreunden können, zu den Senioren 50plus gerechnet zu werden.